Sie sind hier: Startseite > Tourismus + Kultur > Butzbach und Region > Die Stadt in Zahlen, Bildern und Geschichten > Hoch Weisel Anfahrt | Übersicht | Hilfe | Kontakt

Hoch Weisel

In Hoch Weisel
In Hoch Weisel

1.371 Einwohner (Stand 31.12.09). Das Dorf liegt unterhalb des mächtigen Hausbergs (bis ins 18. Jahrhundert gewöhnlich als "Hoinkopp" bezeichnet), dessen Ringwallanlagen und Abschnittswälle an eine keltische Höhenbefestigung unbekannter Aufgaben erinnern. Vermutlich war der Hausberg in keltischer Zeit Sitz eines in der Kleinregion maßgeblichen Aristokraten, Fliehburg für die Umgebung bei Gefahr und/oder religiöser Mittelpunkt des Raums.

Es ist - nach den jüngeren Erkenntnissen der Siedlungsforschung - anzunehmen, dass im Bereich des spätmittelalterlichen Dorfmittelpunktes von Hoch Weisel bereits im Frühmittelalter die erste Dorf- bzw. Hofsiedlung errichtet wurde. Der Ortsname tritt gesichert zuerst 1231 mit der urkundlichen Nennung als Hovewisele in Erscheinung (also als "Hof Weisel").

1017 gingen umfangreiche Besitzungen der Umgebung aufgrund der Übertragung Kaiser Heinrichs II. an seine Gründung Kloster Michelsberg bei Bamberg über. Dazu gehörte auch die Vogtei Hoch Weisel, die sich später in der Hand der Herren von Münzenberg und deren Erben befand. Im Spätmittelalter (zuerst 1473 nachweisbar) war das Dorf von einem breiten, aus Wallgraben und Hecke bestehenden Heeg- oder Haingraben umgeben, der heute noch in einigen Gärten erkennbar wird. Die Dorfzugänge waren besonders durch Pforten befestigt, ebenso wie der mächtige Kirchhof in der sehr malerischen Ortsmitte. Hier steht unterhalb des sogenannten Lindenbergs das alte, vom Heimatverein neu hergerichtete Backhaus mit einem sehr archaisch wirkenden, pyramidenförmigen Backofen, dahinter eine mächtige Geländestützmauer, darüber schattenspendende Bäume und das stattliche, bereits 1584 errichtete Fachwerk - Rat- und Gerichtshaus, in dem seit dem 18. Jahrhundert auch die Spritzenhalle untergebracht war. Daneben steht das alte Schulhaus der Pfarrei. Der eigentliche, ursprünglich durch eine hohe Mauer ringsum befestigte Kirchhof hat in seinem Mittelpunkt eine sehr sehenswerte Kirche mit mächtigem runden bzw. oben achteckigen Chorturm. Der geschmackvoll gestaltete Chorraum mit dem jetzt in seiner Mitte stehenden romanischen Taufstein zeigt noch um 1420 entstandene prächtige gotische Fresken (u.a. Heilige, Evangelistensymbole, Wappen der Landesherrn und Kirchenpatrone von Falkenstein-Münzenberg und Eppstein).

Nahe der Kirche, auf dem ehemals befestigten Kirchhof, der einer Burg geähnelt haben muß, deren "Bergfried" der Kirchturm war, lagen die Gebäude der Hoch-Weiseler "Klause". Die "Klause" war ein bereits vor 1366 gegründetes klosterähnliches Schwesternhaus (in religiöser Gemeinschaft lebender Schwestern, der "Beginen"). Mittelpunkt dieser Gebetsgemeinschaft war die Pfarrkirche. Die Kläusnerinnen widmeten sich besonders der Armenpflege. Später, in nachreformatorischer Zeit, wurde die Klause in ein Hospital und Altersheim verwandelt.

Im Dorf haben sich zahlreiche sehr alte Fachwerkbauten (auch einige aus dem 16. Jahrhundert erhalten). Stark verbreitet ist hier noch immer das den Hof zur Straße abschließende "Hohe Tor". Bis Ende des 19. Jahrhunderts bestanden aufgrund der mächtigen Lehmvorkommen drei Ziegeleien, es existierte auch ein Sägewerk.

Seit 1972 nimmt die Hausbergschule als Mittelpunktschule die Schüler der Nachbargemeinden auf.

Alljährlich - am zweiten Sonntag nach Pfingsten - wird das Hoyer-Kirchweihfest gefeiert, ein Markt, der schon 1572 als "Jarmarckt zu Hoennweissell" überliefert ist.

Die Armut führte im 19. Jahrhundert zu Landgängerei und Auswanderung. Wohlstand kehrte erst allmählich im 20. Jahrhundert ein. Nach dem 2. Weltkrieg entstand in wunderbarer landschaftlicher Umgebung besonders in nordöstlicher Richtung, zum Brülerberg und Hausberg hin, eine moderne Siedlung. Besonders erwähnenswert sind die großen Streuobstwiesen, die zu einem neuen Naturschutzgebiet am Hausberg gehören. (Dieter Wolf)

weiter: Kirchgöns

Suche:

Veranstaltungen

< Mai 2013 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9