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Hausen - Oes

Blick auf Hausen
Blick auf Hausen

345 Einwohner (Stand 31.12.09).

Einmalig schön ist es im waldreichen Hintertaunusgebiet rund um Hausen und Oes. Von der Oes aus lohnt eine Wanderung (Tipp: Keltenrundwanderweg) auf den nahen Hausberg und den daneben gelegenen Brülerberg. Auf dem Hausberg und dem Brülerberg zeugen etliche Ringwälle von der Bedeutung des engeren Heimatraumes in vor- und frühgeschichtlicher Zeit (zur Zeit der Kelten und vielleicht auch im Frühmittelalter). Der Name Hausberg hat seinen Namen von der Nachbarsiedlung Hausen.

Eine erste Besiedlung der heute von Wäldern umgebenen "Siedlungskammer" Hausen und des um einiges höher gelegenen Weilers Oes (der Name "die Oes" kommt von "Oedland") soll schon in der Jungsteinzeit erfolgt sein. Die Römer führten die zuletzt aus Wallgraben und Pallisade bestehende Reichsgrenze, den Limes, in unmittelbarer Nachbarschaft, vorbei.

Eine erste Kirche in Hausen war im 15. Jahrhundert längst vorhanden; ihr Pfarrer, gleichzeitig Amtmann des Klosters Michelsberg, wird 1448 urkundlich erwähnt. Die heutige kleine Ev. Dorfkirche dürfte wesentlich jünger sein, sie hat ihr Aussehen aufgrund einer umfassenden Renovierung wohl von 1860. Die Kanzel zeigt gute Schnitzarbeiten. Im Chor befindet sich der Rest eines spätgotischen Sakramentshäuschens mit dem Eppsteiner Wappen (aus der Zeit nach 1418). Der Kirchweg entlang des Limes und vorbei an den beiden nacheinander bestehenden römischen Kleinkastellen "Hunnen-Kirchhof" führt zum älteren Kirchenvorort Hoch Weisel.

Die Reformation wurde in Hausen 1556 eingeführt (als Teil der Grafschaft Solms-Lich). Der Pfarrer des Dorfes war gleichzeitig Lehrer in Nieder Weisel (1595). Diese Verbindung wurde 1820, nachdem Hausen und auch Nieder Weisel hessisch geworden waren, aufgehoben. Die Schule, die seit dem 16. Jahrhundert bestand, war einklassig mit zwei Stufen. Die Oberstufe kam Ostern 1964 und die Unterstufe 1965 nach Butzbach.

Das Hausener Kirchweihfest wird traditionell im Juli gefeiert.
Der kleine, wunderbar auf einer großen Waldlichtung liegende Weiler Oes, 1319 erstmals erwähnt, wäre beinahe im frühen 20. Jahrhundert durch die Auswanderung ganz ausgelöscht worden. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden aber auch auf der besonders idyllisch gelegenen Oes etliche Neubauten, auch Wochenendhäuser, die wieder zu einem Bevölkerungsanstieg und Ortsvergrößerung führten.

Landgängerei und Auswanderung kennzeichnen die miserable wirtschaftliche Situation und Ausweglosigkeit vieler Einwohner von Hausen und Oes und zahlreicher benachbarter Orte im 19. Jahrhundert. Aufgrund hoher Auswandererzahlen gehörten Hausen und Oes im 19. Jahrhundert zur Bürgermeisterei Nieder Weisel, wohin die Einwohner auch zeitweise eingepfarrt waren.

Am 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hausen-Oes (wie auch die Gemeinden Kirch Göns, Griedel und Maibach) aufgrund der gebietlichen Neuordnung des Landes Hessen in die Stadt Butzbach eingegliedert und ist seitdem ein Stadtteil von Butzbach. (Dieter Wolf)

weiter: Hoch Weisel

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