Quellen und Zitate zu Hinrichtungen in Butzbach
Lothar Liebmann, Die Hinrichtungen in der Zellenstrafanstalt Butzbach. In: JVA Butzbach (Hrsg.; Redaktion: G. Weinel), Hundert Jahre Strafvollzug in Butzbach 1894-1994. (Begleitbuch zur Festveranstaltung Hundert Jahre Strafvollzug in Butzbach am 8. Dezember 1994) Butzbach 1994, S.45-51.
Das Fallbeil aus Butzbach, war nach dem 1. Weltkrieg (vor der ersten Hinrichtung vom 5. 11. 1921) von Mainz nach Butzbach gelangt. In Archivunterlagen ist noch der Aufstellungsplan für Butzbach (ein Bauplan) erhalten, der notwendig war, da die Mainzer Guillotine (die alte Mainzer Revolutions-Guillotine, mit der am 21. Nov. 1803 auch der bekannte Räuberhauptmann Schinderhannes hingerichtet wurde) zu hoch war. Das Fallbeil selbst wurde (nach Liebmann, wie oben, S.41 f., hier als „die Fallbeilmaschine“ bezeichnet) nach dem 14. Oktober 1937 in die Haftanstalt Preungesheim verbracht:
Liebmann, wie oben, S.46: „[...] Danach [d.h. nach der Hinrichtung vom 14. 10. 1937] wurde die Fallbeilmaschine abgebaut und in Frankfurt am Main-Preungesheim in der heutigen Frauenanstalt, aufgebaut. Von nun an fanden die Hinrichtungen in Frankfurt statt.
Der Grund für das Verbringen der Fallbeilmaschine nach Frankfurt war, daß die hiesigen Präsenzzellen, in denen sich die Delinquenten unmittelbar vor den Hinrichtungen befanden, sehr weit vom eigentlichen Hinrichtungsort entfernt waren und es bei der Hinrichtung der Frieda Vogler zu unliebsamen Vorfällen auf dem Wege zur Hinrichtungsstätte gekommen war. [...]“
Nach Liebmann, wie oben, S.46, wurden insgesamt zwölf zum Tode Verurteilte in Butzbach hingerichtet.
Über die Hinrichtung und den „Fall Ludwig Büchler aus Lindenfels im Odenwald“ (1933) berichten auch Liebmann, S.48 f.; außerdem bereits
L. Hellriegel (Hrsg.), Widerstehen und Verfolgung. Dokumentation Band (III) Oberhessen (Mainz 1991), [Art.Butzbach S.15-26], hier S.15, 17-20; Peter Fleck, Geschichte der neuen katholischen Pfarrei Butzbach. In: Peter Fleck u. Dieter Wolf (Hrsg.), Katholisches Leben in Butzbach in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift zur 100-Jahrfeier der Katholischen Pfarrgemeinde Butzbach (Butzbach 1994), S.71-159, Anmerkungen S.217-232; hier S.152; Ursula Krause-Schmitt u. Jutta von Freyberg, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945. Band I/1 (Hessen I, Regierungsbezirk Darmstadt), Hrsgg. vom Studienkreis Deutscher Widerstand 1995 [Art. Butzbach, S.315-318], hier bes. S.315.
Das ehemals Mainzer, dann Butzbacher Fallbeil ist abgebildet in der Zeitschrift P.M. Das historische Ereignis. Nr.1 o.J. [erschienen 1998], S.23.
Darin: Fritz Dohn, Der Aufstieg des Johann Bückler. Vom Lausbuben zum Räuberhauptmann, S.12-16; Fritz Dohn, Das Ende des Schinderhannes und seiner Spießgesellen. Eine Hinrichtung im Dienste der Wissenschaft, S.17-25; hier S.23 die Farbabbildung mit der Bildunterschrift: „Das Original-Fallbeil: Es wiegt 20 Kilogramm und trennte in Sekundenschnelle das Haupt vom Rumpf des Delinquenten.“
Über die in der Haftanstalt Frankfurt-Preungesheim in der NS-Zeit durchgeführten zahlreichen Hinrichtungen (durch das Fallbeil aber wohl auch öfters durch den Strang) berichtet recht ausführlich Armin Schmid, Frankfurt im Feuersturm. Die Geschichte der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Frankfurt am Main 1965, bes. S.104-110, 115. Er gibt auch einen Bericht vom 28. 10. 1940 über die - aus der Sicht der Anatomie-Mediziner - mangelhafte Durchführung der Hinrichtungen in der Haftanstalt Preungesheim durch die dortige „Exekutionsmaschine“ (d.h. die Guillotine aus Mainz bzw. aus Butzbach) wieder.

